Emotionale Arbeit

Nicht nur die ärztlich-psychosomatische Erfahrung, auch die moderne Hirnforschung zeigt: Zwischenmenschliche Zuwendung, soziale Akzeptanz und körperliche Nähe sind menschliche Grundbedürfnisse, ohne deren hinreichende Befriedigung wir nicht gesund bleiben können. Allerdings haben negative Lebenserfahrungen, Mangel an Zuwendung, Enttäuschungen, aber auch Missbrauchs- oder Gewalterfahrungen, bei vielen Menschen dazu geführt, das Grundbedürfnis nach zwischenmenschlicher Zuwendung nicht mehr spüren zu können.

Die Bonding-Psychotherapie nach Dan Casriel kann dazu führen, dass Menschen den Wunsch nach Zuwendung und sozialer Akzeptanz wieder fühlen und spüren.

Diese Therapie umfasst zum einen die "Bondingtherapie", zum anderen die "Einstellarbeit" sowie die schemafokussierte Therapie. Sie wird jeweils an einem Tag in der Woche angeboten. Da die beiden Therapien nicht für alle Patienten geeignet sind, prüfen wir in jedem Einzelfall, welche Behandlung sinnvoll ist. Wir besprechen mit jedem Patienten ausführlich die für ihn optimale Therapie.

Beim "Bonding" als Therapieform können tief abgewehrte Gefühle der zwischenmenschlichen Nähe in einem Schutz und Halt gebenden Rahmen neu erlebt werden. Der freie emotionale Ausdruck, verbunden mit dem Erleben menschlicher Nähe, fördert eine Auflösung oder Integration dieser Gefühle. In der "Einstellarbeit" werden alte, destruktive innere Einstellungen sichtbar gemacht und neue, lebenstaugliche eingeübt. Sie können dann in der Therapeutischen Gemeinschaft und im Klinikalltag weiter erprobt und gefestigt werden.

Was "bringt" die Emotionale Arbeit? Sie lässt Patienten neu spüren, dass sie berechtigt sind, ein unabhängiges Individuum mit eigener Identität zu sein und dass es heilsam ist, seine physischen sowie emotionalen Bedürfnisse zu spüren und zu befriedigen.