Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen

Was ist eine Persönlichkeitsstörung?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert eine Persönlichkeitsstörung als ein tief verwurzeltes Verhaltensmuster, das sich in starren Reaktionen auf verschiedene Lebenslagen äußert. Menschen mit starren Reaktionen sind in ihrem Verhalten wenig flexibel. Sie reagieren meist gleich in bestimmten Situationen. Auch aus der Erfahrung kann dieses Verhaltensmuster nicht korrigiert werden.

Dieses Verhalten besteht meist seit der Kindheit, wird allerdings erst ab Volljährigkeit diagnostiziert.

Wie entsteht eine Persönlichkeitsstörung?

Schwere Verletzungen in der Kindheit, starke Beschämungen, aber auch ein Mangel an Nähe, Wärme, Fürsorge oder Geborgenheit sind Ursachen für die Entwicklung einer Charakterstruktur oder Persönlichkeit mit dauerhaften Leidenszuständen.

Hierbei kann es sich um starke Gefühlszustände, wie beispielsweise Leere, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit, handeln. Eine Neigung zu Schamgefühlen oder zu impulsiven Gefühlsausbrüchen, häufig verbunden mit einer seelischen Zerrissenheit, ist ebenso möglich. Häufig bestehen unsichere Bindungsmuster und ausgeprägte Trennungsängste.

Persönlichkeitsstörungen

 

Wie sieht eine Therapie in den Dr. Reisach Kliniken aus?

Patienten mit Persönlichkeitsstörungen finden besonders in der Therapeutischen Gemeinschaft ein Klima der wohlwollenden und liebevollen Annahme, aber auch der klar konfrontierenden Haltung, wodurch schwierige Verhaltensmuster veränderbar werden. Entsprechend den neuesten Erkenntnissen der Persönlichkeitsforschung bieten wir in stationärer Behandlung spezielle, die Persönlichkeitsstruktur fördernde Maßnahmen an, die individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt sind. Informieren Sie sich hier über unsere beiden Kliniken und deren Kriterien zum Aufnahmeverfahren.

Informieren Sie sich hier über unsere beiden Kliniken und deren Kriterien zum Aufnahmeverfahren.

Welche Persönlichkeitsstörungen gibt es?

Folgende Formen werden u.a. unterschieden:

Paranoide Persönlichkeitsstörung

Die Symptome sind Überempfindlichkeit, übertriebenen und unangemessenen Reaktionen in Konflikten, aber auch eine gute Analyse von Situationen und ein scharfsinniger Verstand. 

Schizoide Persönlichkeitsstörung

Betroffene wirken distanziert, gleichgültig, gefühlsarm, desinteressiert und leben meist zurückgezogen mit wenig Kontakt zu anderen Menschen. In starker Ausprägung besteht kein Wunsch nach einer partnerschaftlichen Beziehung.

Histrionische Persönlichkeitsstörung

Menschen mit dieser Erkrankung sind meist stark auf Zuwendung und Aufmerksamkeit angewiesen. Sie sind extrovertiert, haben darstellerische Fähigkeiten, sind lebenslustig und begeistern andere. Trotzdem gibt es bei ihnen Phasen der Einsamkeit, Unzufriedenheit und inneren Leere gepaart mit Selbstzweifeln. Auslöser für die Entscheidung für eine Therapie ist meist eine depressive Verstimmung nach z. B. einer Trennung.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Auf Grund eines schwachen und brüchigen Selbstwertgefühls inszenieren sich narzisstische Persönlichkeiten nach außen hin als sehr selbstbewusst, sind jedoch sehr empfindsam, verletzlich und können nur schwer mit Kritik umgehen.

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typus)

Diese Ausprägung hat zwei Erscheinungsformen: Den impulsiven Typus (emotionale Instabilität und mangelnde Selbstkontrolle) und den Borderline-Typus, der diese und zusätzliche Merkmale vereint. 

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Sie wird auch antisoziale Persönlichkeitsstörung genannt. Es besteht eine Neigung zu aggressivem Verhalten und zu Gewaltätigkeit.

Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

Oder auch ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung genannt. Erkrankte sind schüchtern, gehemmt und unsicher in zwischenmenschlichen Situationen. Aus Angst vor Kritik oder Zurückweisung isolieren sie sich. Weil ihr Bild von sich selbst meist minderwertig ist, vermeiden sie den Kontakt zu anderen Menschen. Darüber hinaus sind sie anfällig für Entwicklung von anderen psychischen Erkrankungen (z. B. Angststörung (soziale Phobien), Zwangserkrankungen oder Depression).

Dependente Persönlichkeitsstörung

Menschen mit dieser Störung haben das Gefühl, dass sie ihr Leben nicht eigenständig führen können. Sie brauchen deshalb immer eine Person an ihrer Seite, die sie unterstützt und wichtige Entscheidungen abnimmt. Sie haben Angst den Partner zu verlieren und ordnen sich ihm unter.

Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

Zwanghafte Persönlichkeiten sind sehr genau, zuverlässig und bemüht keine Fehler zu machen. Sie stellen allerdings ihre eigenen hohen Ansprüche auch an andere. Das kann oft zu zwischenmenschlichen Konflikten führen.