Therapeutische Gemeinschaft

Therapeutische Gemeinschaft heißt: Alle Mitarbeiter und alle wegen Heilung zu uns kommenden Patienten leben im Sinne der Lehr-Lern-Gemeinschaft in einem Feld, in dem konstruktives Verhalten gestärkt, destruktives Verhalten liebevoll konfrontiert und Ausdruck persönlicher Gefühle und die weitere Entwicklung persönlicher Stärken geübt werden können. Dazu gehört, dass wir im Sinne einer verbindlichen, persönlichen Beziehung unsere Patienten in aller Regel mit "Du" und dem Vornamen anreden.

Zugehörigkeit und Gemeinschaft ist unser Boden und gibt uns Sicherheit für neue wesentliche Schritte. Das wirksame Prinzip, in dem alle therapeutischen Verfahren eingebettet sind und welche Heilung und Neuorientierung fördert, ist die Therapeutische Gemeinschaft.

In unseren beiden Kliniken begegnen wir dem hilfesuchenden Menschen nicht nur als behandlungsbedürftigem Patienten, sondern ebenso als einem Menschen, dem wir eigenverantwortliches Handeln zutrauen und auch zumuten. Die Gemeinschaft bietet ein halt- und schutzgebendes Klima, in dem es dem Einzelnen ermöglicht wird, sich auf einen Heilungsprozess einzulassen, der kurzfristig, im Hinblick auf den Erfolg, auch einmal etwas verunsichern kann. Die Solidarität in der Genesung besteht in einer liebevoll annehmenden Atmosphäre verbunden mit einer klar konfrontierenden Haltung, die es ermöglicht, selbstschädigendes und störungsaufrechterhaltendes Verhalten aufzugeben und konstruktive Bewältigungsstrategien einzuüben.

Der rechte Ort - die rechte Zeit

Heilung setzt einen rechten Ort und eine rechte Zeit (im Sinne des griechischen "Kairos") voraus. Die Struktur der Therapeutischen Gemeinschaft ermöglicht es, diesen rechten Ort zu schaffen, dem der hilfesuchende Patient mit seiner rechten Zeit begegnet. Geschieht dies, kann Heilung erfolgen. Die Patienten profitieren von den Erfahrungen anderer Mitpatienten aus der Gemeinschaft, die bereits erste erfolgreiche Schritte unternommen haben. Die in dem täglichen Miteinander sich ergebenden Konflikte, Verhaltensweisen und Einstellungen (konstruktive und schädigende) werden im 5 x wöchentlich stattfindenden "Komitee" aufgegriffen, verdeutlicht und nutzbar gemacht.